Warum überhaupt noch ein Dashboard

Es gibt gute SimHub-Dashboards. Lovely ist zu Recht der Maßstab, und wer ein 800×480-Display am Lenkrad hat, wird damit glücklich. Mein Problem war ein anderes: Ich habe nicht ein Display, ich habe mehrere Situationen. Manchmal fahre ich mit einem kleinen Dash-Display am Rig, manchmal will ich die Infos auf einem breiten Streifen unter dem Hauptmonitor, manchmal in VR gar nicht. Und ein 800×480-Layout, das man auf 1920×480 zieht, sieht immer aus wie ein 800×480-Layout, das jemand gezogen hat.

Dazu kam ein zweites Ärgernis, das jeder kennt, der zwischen Sims und Fahrzeugklassen wechselt: Die fünf kleinen Kacheln, auf denen TC, ABS, Bremsbalance und Motormapping stehen, sind für einen GT3 richtig belegt — und für den Formelwagen falsch. Für Le Mans Ultimate anders als für iRacing. Man stellt es jedes Mal neu ein, oder man lebt mit halb leeren Kacheln.

Also habe ich angefangen, mir selbst etwas zu bauen. Das war im Juli. Inzwischen sind daraus fünf Dashboards und ein Begleit-Plugin geworden, und der Punkt ist erreicht, an dem ich alleine nicht mehr weiterkomme.

Fünf Varianten, nicht eine skalierte

Jede Variante ist für ihr Format eigens aufgebaut. Gleiche Design-Sprache, andere Aufteilung — nicht dieselbe Datei in anderer Größe.

GT3 Dash, 854 × 480. Die Basis. Für 5-Zoll-Displays mit genau dieser Auflösung, etwa das Ascher 5" oder das VoCore 5". Geräte mit 800 × 480 haben ein anderes Seitenverhältnis — 5:3 statt 16:9 —, dort läuft das Layout nur skaliert. Gebaut und gefahren habe ich sie auf einem Ascher. Vier Screens: RACE für die Fahrt, LAPS für die Rundenhistorie mit Sektorzeiten und Verbrauch, PIT für den Tankrechner und die Standings, TELEMETRY für den Vergleich gegen eine Referenzrunde.

GT3 Dash MXL, 1280 × 400. Für breite Querformat-Displays. Zusätzlich ein Temperatur-Quad, das per Tap zwischen Reifen, Bremsen und Aus wechselt.

GT3 Dash UXL, 1920 × 480. Die Ultrawide-Variante nutzt die Breite für zwei frei belegbare Seitenbänder — Standings, Relative, Reifen und Bremsen, oder die Duell-Karten gegen den Mann direkt vor und hinter dir.

Rally Dash. Kein Rundenrennen-Denken: Distanz statt Position, eigener kurzer Modul-Zyklus, und ein Handbremsen-Badge, das am gemappten Input hängt. Für DiRT Rally 2.0, EA SPORTS WRC und WRC Generations.

Round Dash, 800 × 800. Für runde Displays. Vier Eckfelder, die du frei belegst — Rundenzeit, Beste, Letzte, Wasser, Öl, Sprit, Verbrauch, Restrunden — plus eine umschaltbare Temperaturzeile.

Der eigentliche Trick steckt im Plugin

Die Dashboards laufen auch ohne das mitgelieferte Plugin. Dann sind sie aber starr, und die interessanten Sachen fehlen.

Drei Modul-Slots, 16 Module. Zeiten, Reifen, Sprit, Streckenkarte, Relative, Radar, Wetter, Sektoren, Standings, Rundenhistorie, Distanz, Bremstemperaturen, Motor, Reichweite, Nachtanken, Schadensbild. Ein Tap auf die Kachel schaltet weiter. Welche Module überhaupt im Zyklus liegen, bestimmst du selbst — wer nie Radar braucht, nimmt es raus und tippt nicht mehr daran vorbei.

Es merkt sich jedes Auto einzeln. Du stellst die Setup-Kacheln einmal für deinen GT3 ein und einmal für den Formelwagen. Ab dann lädt beim Fahrzeugwechsel automatisch das passende Layout. Sieht das Plugin ein Auto zum ersten Mal, tastet es ungefähr sechs Sekunden lang ab, welche Werte dieses Auto überhaupt liefert, und belegt die Kacheln danach vor — statt dir fünf leere Felder hinzustellen.

Und das alles auch pro Sim. Module, Startbelegung, Kachelprofil und Quick View lassen sich für jeden der 15 erkannten Sims getrennt einstellen, mit einem globalen Fallback für alles andere.

Quick View. Ein Knopf, den du hältst, zeigt kurz ein anderes Modul und springt beim Loslassen zurück. Für den schnellen Blick auf die Reifen, ohne den Zyklus zu verlieren.

Ratings, wo es sie gibt. iRating, Feldstärke, Incidents und Lizenz aus iRacing. Dazu RaceRoom-Rating, LFM mit Elo, Safety Rating und dem nächsten registrierten Rennen samt Countdown, und das SimGrid Grid Rating — je nachdem, was du hinterlegst.

Es sagt Bescheid, wenn du etwas verstellst. Drehst du am Lenkrad an TC, ABS, Bremsbalance, Mapping oder ERS, blendet das Dash den neuen Wert kurz groß ein. In iRacing kommen Motorwarnungen dazu: Öldruck, Öltemperatur, Wassertemperatur, Benzindruck.

Ein Grundsatz, der mich viel Arbeit gekostet hat

Nicht jeder Sim liefert jeden Wert. Bremstemperaturen gibt es in manchen Sims gar nicht, Reifendrücke in unterschiedlichen Einheiten, Hybrid-Daten nur dort, wo es Hybride gibt. Der bequeme Weg wäre, in solchen Fällen irgendetwas anzuzeigen — eine Null, einen geschätzten Wert, einen Platzhalter, der aussieht wie eine Messung.

Ich habe mich für das Gegenteil entschieden: Fehlt die Quelle, bleibt das Feld leer. Eine leere Kachel ist ehrlich. Eine Null, die in Wahrheit „weiß ich nicht" bedeutet, ist eine Falle — irgendwann bremst du danach.

Das klingt nach einer Kleinigkeit und war tatsächlich der größte Teil der Arbeit. Ich habe für jede einzelne angezeigte Zahl nachgewiesen, aus welcher Quelle sie kommt, statt Eigenschaftsnamen aus fremden Projekten abzuschreiben. Bei genau dieser Prüfung sind mir vier Anzeigefehler aufgefallen, die vorher niemandem aufgefallen wären — unter anderem eine DRS-Stufe in iRacing, die es gar nicht gibt.

Was Beta hier wirklich heißt

Ich habe das Ding auf meinem Rig entwickelt und auf meinem Rig getestet. Ein Rig ist: ein Display, eine Auflösung, ein paar Sims, ein paar Autos. Das ist ein winziger Ausschnitt dessen, was da draußen steht.

Konkret weiß ich von diesen Grenzen:

Der TELEMETRY-Screen vergleicht deine laufende Runde gegen eine Referenzrunde. Er hängt an einem separaten Overlay-Tool, das ich parallel entwickle und das nicht Teil dieser Beta ist. Ohne dieses Tool bleibt der Screen leer. Er erscheint ohnehin nur in iRacing, RaceRoom, Assetto Corsa, Le Mans Ultimate, rFactor 2, ACC und F1 25.

Assetto Corsa EVO wird angezeigt, hat aber keine Telemetrie-Screen-Unterstützung. Bei den Forza-Titeln ist die verfügbare Telemetrie vom Spiel her eingeschränkt.

Und dann ist da alles, wovon ich noch nichts weiß. Genau dafür ist die Beta da.

Warum kostenlos

Ursprünglich war das als Verkaufsprodukt gedacht. Ich habe mich anders entschieden — jedenfalls für jetzt.

Ein Dashboard verkauft man nicht über eine Funktionsliste. Man verkauft es darüber, dass es auf dem Display des Käufers funktioniert, in seinem Sim, mit seinem Auto. Diesen Nachweis kann ich alleine nicht führen. Ich könnte es verkaufen und dann von genervten Käufern erfahren, was alles nicht geht — oder ich gebe es her, solange die Erwartungshaltung ehrlich ist, und lerne aus echten Setups.

Deshalb: Die Beta ist kostenlos, ohne Konto, ohne Registrierung. Wer will, kann auf Ko-fi etwas dalassen; es hängt keine Funktion daran und es ändert nichts am Umfang.

Was ich im Gegenzug brauche

Bitte melde dich — auch dann, wenn alles läuft. „Läuft sauber, ACC, 5-Zoll-VoCore" ist für mich eine genauso wertvolle Meldung wie ein Fehlerbericht, weil sie eine Kombination bestätigt, die ich nicht selbst testen kann.

Damit ich etwas nachstellen kann, brauche ich immer diese vier Angaben, und das Formular fragt sie ab: welcher Sim, welche Dash-Variante, welche Auflösung und welches Gerät, welche Plugin-Version. Die Version steht in SimHub unter PITDOCK im Bereich ABOUT.

Ein Screenshot vom laufenden Dash sagt mehr als drei Absätze Beschreibung. Wenn du also fotografieren oder aufnehmen kannst, was du siehst: her damit.

Download und Installation

Das Paket ist ein ZIP mit gut acht Megabyte: alle fünf Dashboards, das Plugin und eine LIESMICH-Datei mit der Anleitung. Voraussetzung ist SimHub — das ist nicht enthalten und muss separat installiert sein.

Die Reihenfolge bei der Installation ist wichtig: erst das Plugin, dann die Dashboards. SimHub komplett beenden, die DLL in den SimHub-Ordner kopieren, SimHub starten und das Plugin bestätigen — erst danach die Dashboard-Dateien per Doppelklick importieren. Die ausführliche Anleitung mit allen Stolpersteinen liegt im Paket.

Alle Details, die Sim-Übersicht und den Download findest du auf der Projektseite. Und wenn du es ausprobiert hast: Das Feedback-Formular ist der Grund, warum es diese Beta gibt.